Vom Reisen
Knapp einen Monat bin ich jetzt in San Cris und schon
hält es mich kaum noch zu Hause. Reiselust ist aber auch eine
fieberhafte Krankheit die bloß schlimmer wird, je mehr man ihr nachgibt.
Naja warum auch nicht? Solange mein Geldbeutel es hergibt - und bei den
Preisen hier bleibt das auch noch ne Weile so - will ich jede
Gelegenheit nutzen, um das Land besser kennen zu lernen.
So war ich also gezwungenermaßen letzte Woche an der
guatemaltekischen Grenze, wo auch alles geklappt hat und ich den Wisch
für mein Visum noch einmal ausgestellt bekommen habe. Danach folgte Comitán - Lagos de Montebello - Comitán
- San Cris. Auch wenn der Trip etwas chaotisch war und wir leider an
den Seen angekommen ordentlich Regenwetter hatten, hat sich die Fahrt
doch gelohnt (siehe Fotos). Das Problem war, dass wir uns dort so nah an
der Grenze zu Guatemala befanden, dass wir kein mexikanisches, sondern
guatemaltekisches Netz hatten, und somit unsere Handys komplett nutzlos
waren. Unser Plan, drei andere compañeros
nachkommen zu lassen, stellte sich somit als schwierig heraus. Wir
gaben alles und erreichten übers Dorftelefon eine Freiwillige, die in
San Cris geblieben war (die drei waren schon unterwegs und hatten
ebenfalls keinen Empfang) und der wir die Infos mitteilten, wie die
anderen uns finden konnten (der Weg war nicht ganz so einfach zu
finden). Schließlich scheiterte aber alles daran, dass die drei wegen
einer politisch motivierten Straßenblockade (täglich Brot in Chiapas) zu
spät in Comitán
ankamen und keine Collectivos mehr zu den Lagos fuhren. Wir haben es
letztlich alle mit Humor genommen und trotzdem das Beste aus unserem
Trip gemacht.
Weiter
ging es diese Woche mit unserem Einführungsseminar. Das fand von
Donnerstag bis Freitag auf einem Bio-Bauernhof in Tzimol statt. Da
konnten wir einiges über die politische, soziale und kulturelle Lage in
Chiapas lernen, doch die meisten Themen bleiben immer noch zu komplex,
um sie in so kurzer Zeit auszubreiten. Beeindruckend war allemal der
Bauernhof und sein alternativer Lebensstil mit Trockenklos und so
manchen fremden Tierarten (Auch Spinnen!). Weil ja am Ende des Seminars
das Wochenende gerade erst anfing, beschlossen wir kurzerhand uns noch
die Wasserfälle in Chiflón
anzusehen. In der Nähe fanden wir ein komplett leerstehendes Hotel, wo
wir uns zu fünft ein Zimmer mit zwei Doppelbetten nahmen und unseren
Trip (und andere schöne Dinge des Lebens ;) mit Tequila begossen. Zu
dritt in einem Bett mit gefühlten 30 Grad Zimmertemperatur bekommt man
alles, nur nicht genug Schlaf. Aber das war am nächsten Tag auch egal!
Die Wasserfälle haben uns alle umgehauen - und nass gemacht. Dazu gab es
warmes sonniges Strahlewetter. Da vergisst man sogar jeden Mückenstich.
Bis man wieder im verregneten San Cris ist. Aber die Fotos und
Erinnerungen bleiben und machen Lust auf mehr. Macht euch selbst einen
Eindruck:
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| Unterwegs zur Grenze |
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| Lagos de Montebello |
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| Der Bauernhof Tsomanotik |
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| Cascadas de Chiflon |
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